Filtersand oder Filterkies? Die Schichtlogik
Filtersand oder Filterkies im Wasserfilter? Die beiden sind keine Alternativen, sondern ergänzen sich; wir erklären die Schichtlogik und die richtige Körnung.
Wird im Wasserfilter Filtersand oder Filterkies verwendet? Das ist eigentlich keine Entweder-oder-Frage, denn in einem gut ausgelegten Filterbett sind beide zusammen im Einsatz — mit unterschiedlichen Aufgaben. Der Filtersand ist die eigentliche Schicht, die das Wasser filtert; der Filterkies ist die Stützschicht, die diese Schicht trägt und das darunterliegende Drainagesystem schützt. In diesem Beitrag erklären wir die Aufgaben der beiden, die Schichtlogik und die richtige Wahl.
Wozu dienen Filtersand und Filterkies?
In einem Sandfilter übernehmen zwei verschiedene körnige Materialien Aufgaben:
- Filtersand: die eigentliche Filtrationsschicht, die das Wasser physikalisch filtert. Dank seiner feinen, kontrollierten Korngröße hält er Schwebstoffe, Sedimente und Trübung zurück.
- Filterkies: die grobkörnigere Stützschicht unter der Sandschicht. Er trägt den Sand, verhindert, dass feiner Sand in das darunterliegende Drainagesystem (Underdrain) entweicht, und verteilt das Wasser bei der Rückspülung (Backwash) gleichmäßig über das Bett.
Die Schichtlogik: Warum beide zusammen?
Das Filterbett wird von oben nach unten gestuft aufgebaut: ganz oben der feine Filtersand, darunter zunehmend gröbere Filterkiesschichten. Dieser gestufte Aufbau hat drei wichtige Funktionen. Erstens verhindert er, dass der feine Sand ins Drainagesystem gelangt und verloren geht. Zweitens verteilt er das Wasser bei der Rückspülung gleichmäßig über den Boden des Betts, sodass die gesamte Schicht sauber gespült wird. Drittens bildet er einen festen, stabilen Untergrund für die Sandschicht. Ohne Kies würde der Sand also sowohl entweichen als auch ungleichmäßig gespült.
Kritische Parameter beim Filtersand
Zwei Grundparameter bestimmen die Leistung des Filtersands: die effektive Korngröße (d₁₀) und der Uniformitätskoeffizient. Die effektive Korngröße ist der Korndurchmesser, unter dem 10% der Masse liegen; in der Wasseraufbereitung liegt sie typischerweise im Bereich 0,45–0,55 mm. Der Uniformitätskoeffizient (d₆₀/d₁₀) zeigt die Enge der Kornverteilung und wird meist unter 1,65 verlangt. Außerdem muss der Sand gewaschen sein und einen geringen Feinanteil haben, damit er das Wasser nicht trübt.
Kritische Parameter beim Filterkies
Der Filterkies wird in gestuften Größen (unten grob, nach oben feiner) in Schichten eingebaut. Ziel ist ein sauberer Übergang zwischen Sand und Drainagesystem; jede Schicht hält das feinere Material darüber zurück. Die Gesamttiefe der Stützschicht liegt meist in der Größenordnung von 30–40 cm, und die gröbste Kiesschicht wird nach der Öffnungsgröße des eingesetzten Drainagesystems bestimmt.
Die richtige Wahl: Beide sind nötig
Filtersand und Filterkies sind also keine Alternativen, sondern Ergänzungen. Das richtige System verwendet beide zusammen und in der richtigen Körnung. Welche Sandgröße und welche Kiesstufen nötig sind, hängt vom Filtertyp, vom Durchsatz und vom Drainagesystem ab. Für höhere Leistung kann zusätzlich zum Sand ein zweites Medium wie Anthrazit ergänzt werden; das behandeln wir im Beitrag Sand oder Anthrazit in der Wasseraufbereitung?. Details zum Wasseraufbereitungssand →
Fazit
Zusammengefasst filtert in einem Sandfilter der Filtersand das Wasser, während der Filterkies diese Schicht trägt und schützt; zusammen bilden sie ein gestuftes Bett. Um die richtige Körnung für Ihre Anlage zu bestimmen, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.